01 May 2026, 08:27

Willich streicht Geschwisterrabatte – Eltern protestieren gegen höhere Kita-Gebühren

Ein Plakat mit Text und Logo, das versteckte Gebühren in Rechnungen zeigt, die Familien Hunderte von Dollar monatlich kosten können.

Willich streicht Geschwisterrabatte – Eltern protestieren gegen höhere Kita-Gebühren

Willich prüft Gebühren für Kinderbetreuung – Eltern und Verbände empört

Die Stadt Willich überarbeitet ihre Gebühren für die Kinderbetreuung – und löst damit Wut bei Eltern und lokalen Initiativen aus. Zu den geplanten Änderungen gehören die Streichung von Geschwisterrabatten sowie eine Deckelung der Gebührenerhöhungen bei drei Prozent. Die Verwaltung will so jährlich 600.000 Euro zusätzlich einnehmen, doch Familien und Fürsprecher kritisieren, dass die Pläne Eltern ungerechtfertigt belasten, die ohnehin schon mit Personalmangel in Kitas zu kämpfen haben.

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Die Frustration über das Willicher Betreuungssystem schwelt seit Jahren. Eltern haben immer wieder auf Unterbesetzung und steigende Kosten hingewiesen – ohne dass sich etwas Grundlegendes geändert hätte. Nun will die Stadt die Gebühren erneut anpassen, diesmal mit Fokus auf Geschwisterermäßigungen und jährliche Anpassungen.

Laut den neuen Vorschlägen sollen die Rabatte für Geschwisterkinder komplett entfallen, was schätzungsweise 500.000 Euro zusätzlich einbringen würde. Die Begrenzung dynamischer Gebührenerhöhungen auf drei Prozent würde weitere 100.000 Euro generieren. Bürgermeister Christian Pakusch betonte, dass es in der Diskussion ausschließlich um diese beiden Anpassungen gehe – nicht um eine grundlegende Reform des Gebührensystems.

Bürger wie Marlene Mendes, eine Mutter aus Anrath, reagieren mit Empörung. Sie nennt die Pläne "ungerecht" und argumentiert, dass Familien mit mehreren Kindern die Hauptlast tragen würden. Auch der Jugend- und Erziehungsbeirat (JAEB) hat sich zu Wort gemeldet und lehnt sowohl die Streichung der Geschwisterermäßigungen als auch die höheren Anpassungen ab.

SPD-Sprecher Dietmar Winkels teilte diese Bedenken. Er warnte davor, den Haushalt auf dem Rücken der Eltern auszugleichen – besonders, wenn die Qualität der Kinderbetreuung weiterhin ein Dauerproblem bleibe. Nachbargemeinden wie Nettetal und Kempen erheben bereits 50 Prozent der Gebühren für Geschwisterkinder, doch Kritiker halten es für falsch, dass Willich diesem Beispiel folgt, ohne die strukturellen Probleme anzugehen.

Die Debatte zieht sich bereits seit Monaten hin, ohne dass eine Lösung in Sicht wäre. Während Eltern und Interessenverbände weiter Widerstand leisten, beharrt die Stadt darauf, dass die Änderungen für die finanzielle Stabilität notwendig seien.

Mit den geplanten Gebührenanpassungen würde sich Willich an die Systeme benachbarter Städte angleichen. Bei einer Umsetzung rechnet die Verwaltung mit Mehreinnahmen von 600.000 Euro pro Jahr. Doch der Widerstand von Eltern und politischen Gruppen deutet darauf hin, dass die Pläne vor ihrer Einführung noch auf weitere Hürden stoßen könnten.

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