Willich streicht Kita-Neubauten – Eltern kämpfen um kurze Wege für ihre Kinder
Stephen SchleichWillich streicht Kita-Neubauten – Eltern kämpfen um kurze Wege für ihre Kinder
Eltern und Unterstützer:innen der Kita Alperof in Willich fordern von Bürgermeister Pakusch Antworten auf die Kürzungen im Bereich der Kinderbetreuung. Zwei geplante Kita-Neubauten wurden wegen Haushaltsengpässen und rückläufigen Anmeldungen gestrichen. Nun sollen eine Kampagne und ein zweiter offener Brief Klarheit über die Entscheidungen der Stadt und deren Folgen für die Familien schaffen.
Der Streit begann am 6. März, als Elternvertreter:innen und der Förderverein Kita Alperof einen offenen Brief an Bürgermeister Pakusch schickten – vergeblich. Da keine Antwort kam, arbeitet die Gruppe nun an einem zweiten Schreiben, um die Angaben der Stadt zu längeren Fahrzeiten zu alternativen Betreuungseinrichtungen zu hinterfragen.
Unterdessen hat die Kampagne "Kleine Füße, kurze Wege" Aufmerksamkeit für die Bedeutung lokaler Kinderbetreuung geschaffen. Die Initiator:innen betonen, dass kleine Kinder keine langen Anfahrtswege zu Kitas bewältigen sollten. Ihre Sorgen wuchsen, nachdem Willich zwei geplante Kita-Projekte strich und nur noch ein städtischer Neubau in Planung ist.
Bei diesem verbleibenden Vorhaben, dem generationenübergreifenden Zentrum Reinershof, soll auch die Kita Alperof untergebracht werden. Doch die Finanzierung wirft Fragen auf. Das 25-Millionen-Euro-Projekt wird durch eine Mischung aus Stadtmitteln, Landeszuschüssen aus Nordrhein-Westfalen, EU-Fördergeldern und einer großen PrivatInvestition getragen. Der Investor, die SMP Grundstücksentwicklung GmbH, übernimmt rund 40 Prozent der Kosten und wird ab 2025 den Bau leiten. Nach der Fertigstellung 2027 wird das Unternehmen die Seniorenwohnungen und Pflegeeinrichtungen betreiben, während die Stadt die Verantwortung für Gemeinschaftsflächen behält.
Die Einbindung eines privaten Investors steht dabei besonders in der Kritik. Eltern und Aktivist:innen wollen wissen, wie sich die finanziellen Zwänge der Stadt und die gewählten Finanzierungsmodelle langfristig auf die Kinderbetreuung auswirken werden.
Das Reinershof-Zentrum bleibt der einzige neue städtische Kita-Neubau in Willich. Da die Bauarbeiten erst 2025 beginnen, stehen Eltern Jahre der Unsicherheit bevor. Mit dem zweiten offenen Brief und der laufenden Kampagne kämpfen sie für klarere Antworten – und kürzere Wege für die Familien vor Ort.






