Willichs Haushalt 2026: Rekordbeschluss mit 25 Millionen Euro Defizit und Streit um Kita-Gebühren
Stephen SchleichWillichs Haushalt 2026: Rekordbeschluss mit 25 Millionen Euro Defizit und Streit um Kita-Gebühren
Willicher Stadtrat verabschiedet Haushalt 2026 in Rekordzeit – doch Sorgen bleiben
Der Stadtrat von Willich hat den Haushalt für 2026 in Rekordzeit verabschiedet, wobei alle Fraktionen dem Plan zustimmten. Trotz der einstimmigen Abstimmung bestehen weiterhin Bedenken hinsichtlich der finanziellen Lage der Stadt, darunter ein Fehlbetrag von 25 Millionen Euro und eine wachsende Abhängigkeit von Liquiditätskrediten. Auch Eltern und politische Gruppen kritisieren die geplanten Änderungen bei den Kita-Gebühren und den Zuschüssen für den ÖPNV.
Der Haushaltsentwurf offenbart eine erhebliche Finanzlücke von rund 25 Millionen Euro, die die Stadt gezwungen hat, stärker auf Liquiditätsdarlehen zurückzugreifen. Während der Sitzung unterstützte die Fraktion der Grünen zwar den Haushalt, betonte jedoch dringend die Notwendigkeit von Korrekturmaßnahmen, um die Finanzen zu stabilisieren.
Der Rat hielt an seiner Linie fest, keine Geschwisterermäßigungen für Kindergartenplätze zu gewähren, erhöhte jedoch die jährliche Gebührenanpassung im Kita-Bereich von zwei auf drei Prozent. Diese Entscheidung löste bei Eltern in Willich Frustration aus, die argumentieren, dass die höheren Kosten Familien zusätzlich belasten würden.
Unterdessen lehnte der Jugendhilfeausschuss sowohl die Geschwistergebühren-Regelung als auch die geplante Gebührenerhöhung ab. Die SPD stimmte zwar dem Haushalt zu, kritisierte jedoch die Streichung des Zuschusses für das 49-Euro-Ticket für anspruchsberechtigte Studierende. Gleichzeitig begrüßte die Partei die Übernahme der Bauturbo-Strategie durch den Rat, um den Bau von bezahlbarem Wohnraum zu beschleunigen.
Um die finanzielle Belastung zu verringern, brachte die SPD konkrete Einsparvorschläge ein, die sich auf nicht essenzielle Ausgaben und freiwillige Leistungen konzentrieren. Der Haushalt wurde ohne Gegenstimmen verabschiedet und tritt im Juli rechtlich in Kraft.
Der beschlossene Haushalt wird nun umgesetzt, wobei die neuen finanziellen Maßnahmen ab Juli greifen. Obwohl der Rat eine seltene Einigkeit erreichte, zeigen die Streitpunkte bei den Kita-Kosten und den Verkehrszuschüssen weiterhin bestehende Herausforderungen auf. Die Abhängigkeit der Stadt von Krediten und der Bedarf an weiterer Konsolidierung bleiben zentrale Themen für das kommende Jahr.






