Wuppertaler Polizeistandort verrottet: Schimmel, Schädlinge und 4 Millionen Miete pro Jahr
Stephen SchleichWuppertaler Polizeistandort verrottet: Schimmel, Schädlinge und 4 Millionen Miete pro Jahr
Polizeistandort in Wuppertal verkommt in desolatem Zustand
Ein wichtiger Polizeistandort in Wuppertal befindet sich in einem schweren baulichen Verfallszustand – mit anhaltenden Problemen wie Wasserschäden, Schimmelbefall und Schädlingsplagen. Trotz provisorischer Reparaturen an Duschen und Teilen des Daches bleiben die Arbeitsbedingungen für die Beamten prekär. Die Situation hat Streitigkeiten über Finanzierung, Mieterhöhungen und langfristige Lösungen ausgelöst.
In dem Gebäude an der Müngstener Straße sind zentrale Einheiten untergebracht, darunter die Taucherstaffel, die Diensthundeführer, Kräfte der Bereitschaftspolizei und die Waffenverwaltung. Doch aufgrund des maroden Zustands der Immobilie muss die Polizei jährlich rund 4 Millionen Euro Miete für kaum nutzbare Gebäude aufbringen.
Das nordrhein-westfälische Innenministerium hat zwar etwa 1,1 Milliarden Euro für die Modernisierung der Polizeiinfrastruktur bewilligt, doch die Mittel stehen erst ab 2030 zur Verfügung. Unterdessen hat der Finanzminister 450 Millionen Euro an außerhaushaltsmäßigen Krediten freigegeben – ein Schritt, den Kritiker als Versuch werten, Schulden zu verschleiern.
Die Verhandlungen über die Zukunft des Standorts sind ins Stocken geraten. Der Wuppertaler Polizepräsident, seit Mitte Mai von den Gesprächen ausgeschlossen, lehnt eine Miete von 30 Millionen Euro nach einer Sanierung ab – das Achtfache der aktuellen Kosten. Für einige Gebäude liegen bereits Kündigungen vor. Das Innenministerium beharrt jedoch auf dem Standort und diskutiert weiterhin mit der Polizeiführung über die Sanierungskosten.
Die Pattsituation zwingt die Beamten, noch Jahre unter unzumutbaren Bedingungen zu arbeiten. Ohne sofortige Finanzspritzen oder eine Einigung bei der Miete bleibt die Zukunft des Standorts – und der dort stationierten Einheiten – ungewiss. Die Kredite des Finanzministers mögen kurzfristig Abhilfe schaffen, doch nachhaltige Lösungen hängen von den verschobenen Landesinvestitionen ab.






