EU-Saatgutverordnung bedroht Existenz kleiner Erzeuger in Düsseldorf
Maria-Luise KensyEU-Saatgutverordnung bedroht Existenz kleiner Erzeuger in Düsseldorf
Ein geplanter EU-Saatgutverordnung wirft bei kleinen Erzeugern in Düsseldorf Sorgen auf. Die neuen Vorschriften könnten viele durch strenge Zertifizierungspflichten und hohe Kosten in die Insolvenz treiben. Unterdessen setzen sich Saatgutbibliotheken in den benachbarten Städten Köln und Neuss für den Erhalt seltener Pflanzensorten ein, indem sie Saatgut kostenlos verleihen.
Die Verhandlungen über die EU-Saatgutverordnung laufen bereits seit Februar 2026. Die Europäische Kommission, das Parlament und der Rat der Mitgliedstaaten ringen noch um die endgültige Fassung. Während das Parlament Ausnahmen für Kleinproduzenten fordert, pocht der Rat auf strenge Kontrollen und Gebühren.
Lokale Saatguthersteller in Düsseldorf blicken mit Sorge in die Zukunft. Michael Bonke, Organisator des Düsseldorfer Saatgutfestes, warnt, dass viele kleine Betriebe die neuen Regelungen nicht überstehen könnten. Anne Mommertz, die sich selbst versorgt, befürchtet, dass seltene Sorten für immer verschwinden, sollte das Gesetz in Kraft treten.
Die Verordnung würde den Handel mit traditionellem Saatgut erschweren und Hobbygärtnern weniger Auswahl lassen. Ohne Nischenanbieter könnten bald nur noch standardisierte Sorten großer Konzerne verfügbar sein. Claudia Neufurth von der Stadtbibliothek Neuss verweist auf die hohe Nachfrage nach bestimmten Sorten – ein Beleg dafür, wie wichtig dieses Saatgut für lokale Gärtner ist.
Wird die Verordnung verabschiedet, droht kleinen Saatgutherstellern in Düsseldorf und darüber hinaus das Aus. Seltene Pflanzensorten könnten dadurch unwiederbringlich verloren gehen. Die Saatgutbibliotheken in Köln und Neuss werden zwar weiterhin für den Erhalt der Artenvielfalt kämpfen, doch die Zukunft traditioneller Sorten bleibt ungewiss.