Missbrauchsopfer im Erzbistum Paderborn fordern mehr Gerechtigkeit und Aufklärung
Maria-Luise KensyMissbrauchsopfer im Erzbistum Paderborn fordern mehr Gerechtigkeit und Aufklärung
Missbrauchsopfer im Erzbistum Paderborn fordern konsequentere Aufarbeitung und gerechtere Entschädigung
Bei einer kürzlichen Veranstaltung in Dortmund trafen sich rund 200 Katholiken, um die anhaltende Missbrauchskrise im Erzbistum Paderborn zu thematisieren. Die Zusammenkunft machte sowohl die Versäumnisse der Vergangenheit als auch die aktuellen Bemühungen zur Unterstützung der Betroffenen deutlich.
Laut einer früheren Studie gab es zwischen 1941 und 2002 im Erzbistum 485 dokumentierte Missbrauchsopfer, an denen über 200 Kleriker beteiligt waren. Über Fälle seit 2002 liegen jedoch keine weiteren Details vor. Ein zweiter Bericht, der den Zeitraum von 2002 bis 2022 abdeckt, soll zwar im kommenden Jahr erscheinen, ist aber noch nicht abgeschlossen.
Während der Veranstaltung forderte Michael Heltner, selbst ein Betroffener von Kirchenmissbrauch, höhere finanzielle Entschädigungen sowie langfristige psychologische Unterstützung für die Opfer. Erzbischof Udo Markus Bentz bestätigte, dass die Kirche Wiedergutmachungszahlungen leiste – bisher hätten bereits 75 bis 80 Prozent der Betroffenen eine Form der Entschädigung erhalten. Ein Teilnehmer schlug vor, ein Prozent des Vermögens des Erzbistums für laufende Entschädigungen und Renten für die Geschädigten bereitzustellen.
In einer separaten Initiative hat die Kirche zudem QR-Codes an den Gräbern von Bischöfen im Paderborner Dom angebracht. Wer diese scannt, erhält Informationen über deren Leben – einschließlich eventuell dokumentierter Fehlverhalten.
Das Erzbistum steht weiterhin unter Druck, die Aufarbeitung der Missbrauchsfälle zu verbessern. Zwar wurden bereits viele Entschädigungen gezahlt, doch die Betroffenen pochen auf umfassendere Unterstützung. Der anstehende Bericht könnte weitere Klarheit über jüngere Vorwürfe bringen, seine Veröffentlichung steht jedoch erst in einigen Monaten an.