15 March 2026, 04:19

Illegales Entsorgungsnetzwerk in NRW aufgedeckt: 23.000 Tonnen Giftmüll verschoben

Ein Schild am Straßenrand trägt die Aufschrift "Melden Sie illegale Müllablagerungen und Verschmutzungen" mit Bäumen und Pflanzen im Hintergrund und einer Tafel mit Text im Vordergrund.

Illegales Entsorgungsnetzwerk in NRW aufgedeckt: 23.000 Tonnen Giftmüll verschoben

Ein Abfallhändler aus Unna sieht sich schweren Vorwürfen gegenüber, nachdem die Behörden ein großangelegtes illegales Entsorgungsnetzwerk aufgedeckt haben. Die seit über einem Jahr laufenden Ermittlungen bringen ein Netzwerk ans Licht, dem vorgeworfen wird, gefährliche Abfälle in ganz Nordrhein-Westfalen illegal deponiert zu haben. Mehrere Unternehmen und Standorte, darunter der Tagebau Garzweiler, sollen darin verwickelt sein.

Der Beschuldigte, der bereits wegen Bestechung und Steuerhinterziehung vorbestraft ist, soll eine kriminelle Machenschaft angeführt haben, bei der gefährliche Abfälle angenommen, vermischt und umetikettiert wurden. Seit Januar 2024 wird ihm und seinen Komplizen vorgeworfen, sowohl Kunden als auch Aufsichtsbehörden getäuscht zu haben. Bei einer kürzlichen Razzia fanden die Ermittler 120.000 Euro in bar, 200 Gramm Gold und weitere Wertgegenstände in seinem Auto.

Rund 23.000 Tonnen belasteter Erde wurden illegal auf einem Gewerbegebiet in Selfkant nahe der niederländischen Grenze abgeladen. Eine ähnliche Menge soll in Kiesgruben in Kamp-Lintfort entsorgt worden sein. Der Beschuldigte, der sich als "freier Berater" für ein Recyclingunternehmen in Soest ausgab, stand zudem in Verbindung mit Abfallbehandlungen in Bottrop.

Die Stadt Gelsenkirchen leitet nun rechtliche Schritte ein, um Hersteller und Lieferanten nach dem Kreislaufwirtschaftsgesetz zur Verantwortung zu ziehen. Die Behörden prüfen weiterhin, ob weitere Entsorgungs-, Transport- und Baufirmen in das Netzwerk verstrickt waren.

Der Fall hat ein flächendeckendes System aus illegaler Abfallentsorgung und Betrug aufgedeckt. Die Anklagepunkte umfassen den unerlaubten Umgang mit Gefahrstoffen, organisierten Betrug sowie den Betrieb nicht genehmigter Abfallanlagen. Die Ermittlungen dauern an, während die Behörden das volle Ausmaß der Aktivitäten des Netzwerks aufklären.

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