23 April 2026, 14:41

Kim de l'Horizons preisgekröntes Debüt feiert rauschende Bühnenpremiere in Berlin

Deckblatt eines alten Buches mit dem Titel "Leben und Untersuchung der Möchtegern-Damen", das drei illustrierte Frauen verschiedenen Alters und Ethnien zeigt.

Kim de l'Horizons preisgekröntes Debüt feiert rauschende Bühnenpremiere in Berlin

Eine mitreißende Bühnenadaption von Kim de l'Horizons preisgekröntem Debütroman feierte vor ausverkauftem Haus Premiere in Berlins Vaganten Bühne in Charlottenburg. Die Inszenierung bringt eine zutiefst persönliche Geschichte von Identität, Erinnerung und der Suche nach Zugehörigkeit in einem genderfluidem Körper auf die Bühne.

Das Stück begleitet Kim, eine Erzählerin, die von drei Schauspieler:innen verkörpert wird – Julian Trostorf, Annemie Twardawa und Emma Zeisberger – während sie sich durch eine Welt der Selbstfindung und geerbten Schmerzen bewegen. Ihre Reise beginnt, als die Demenz ihrer Großmutter sie zwingt, sich mit der Vergangenheit auseinanderzusetzen. Unter einer Blutbuche, die ihr Urgroßvater einst pflanzte, findet Kim den einzigen Ort der Geborgenheit in einem von Instabilität geprägten Leben.

Auf der Bühne hängen zerrissene beige Strumpfhosen von der Decke, gefüllt mit Sand und Bällen – ein Symbol für die Last unausgesprochener Geschichten. Kim taucht ein in die mütterliche Ahnenlinie ihrer Familie und deckt transgenerationale Traumata auf, angeregt durch die Forschungen ihrer Mutter. Parallel dazu stürzt sich Kim ins Berliner Nachtleben, nutzt die Dating-App Grindr als Wegweiser durch flüchtige Verbindungen und die Erkundung des eigenen Ichs.

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Der Roman, auf dem das Stück basiert, sorgte 2022 für Furore und brachte Kim de l'Horizon sowohl den Deutschen Buchpreis als auch den Schweizer Buchpreis ein. Nun zielt die Bühnenfassung darauf ab, das Schweigen über Scham zu brechen und das Publikum dazu zu ermutigen, Selbstakzeptanz in all ihrer Komplexität zu umarmen.

Die Premiere markiert einen mutigen Schritt, Kims Geschichte vom Buch auf die Bühne zu bringen – eine Mischung aus roher Emotionalität und eindrucksvollen Bildern. Durch fragmentierte Erinnerungen und die Suche nach den eigenen Wurzeln fordert die Inszenierung die Zuschauer:innen auf, über Identität, Erbe und den Mut nachzudenken, die eigene Geschichte neu zu schreiben.

Quelle