Kleist-Festival 2025 verbindet Tradition und moderne Debatten in Frankfurt (Oder)
Hilde KochKleist-Festival 2025 verbindet Tradition und moderne Debatten in Frankfurt (Oder)
Frankfurt (Oder) richtet vom 7. bis 12. Oktober 2025 das Kleist-Festival aus
Die Veranstaltung feiert das Erbe Heinrich von Kleists mit einer Mischung aus Theater, Musik, Literatur und Debatten zu zeitgenössischen Themen. In diesem Jahr liegt ein besonderer Fokus auf der Rolle der Musik im Werk des Dichters.
Das Festival präsentiert ein vielfältiges Programm, darunter eine Inszenierung von Der zerbrochene Krug. Das Stück, das mittlerweile zum festen Kanon des deutschen Schulunterrichts gehört, wird einer der Höhepunkte sein. Schulen begleiten die Aufführung mit Workshops zu historischem Kontext, Sprache und den sich wandelnden Deutungen des Werks über die Jahrhunderte.
Premiere feiert eine Punk-Oper, die auf Kleists frühem Werk Die Familie Schroffenstein basiert und den Titel Schroffenstein: In Grund und Boden trägt. Theresia Walsers neues Stück setzt sich mit der Radikalisierung einer Schule unter einem rechtsextremen Regime auseinander. Diese Produktionen spiegeln den Fokus des Festivals auf aktuelle Themen wie Klimawandel und Extremismus wider.
Frankfurt (Oder) ist eng mit Kleist verbunden, der hier geboren wurde und aufwachsen. Die Stadt beherbergt das einzige Kleist-Museum Deutschlands und bereitet sich bereits auf ein größeres Jubiläum im Jahr 2027 vor – dann jährt sich Kleists Geburtstag zum 250. Mal, wofür ein ganzes Kleist-Jahr geplant ist.
Festivalleiter Florian Vogel bezeichnet die diesjährige Ausgabe als die bislang relevanteste. Moderne Adaptionen, etwa Opern von Viktor Ullmann, zeigen, wie sich Kleists Werke seit ihrer Entstehung im 19. Jahrhundert weiterentwickelt haben. Das Festival 2025 setzt diesen Trend mit frischen, mutigen Interpretationen fort.
Sechs Tage lang verbindet die Veranstaltung Kleists historisches Erbe mit drängenden Gegenwartsdebatten. Mit Aufführungen, Ausstellungen und einem Chor-Konzert bietet das Programm für alle Zielgruppen etwas. Die Macher wollen das Vermächtnis des Dichters wachhalten – und zugleich die Herausforderungen der Gegenwart direkt angehen.






