Legendäres Münchner Kunstwerk Schwabinger 7 kehrt nach Jahrzehnten zurück
Hilde KochLegendäres Münchner Kunstwerk Schwabinger 7 kehrt nach Jahrzehnten zurück
Ein berühmtes Stück Münchner Nachtlebensgeschichte kehrt an seine Wurzeln zurück. Das Kunstwerk Schwabinger 7 des Künstlers Rupert Dorrer wird am Montag in Bruckmühl vom neu gewählten Bürgermeister der Stadt, Richard Richter, feierlich enthüllt. Das Werk schmückte einst die Wände einer der legendärsten Bars der Stadt, bevor es vor über einem Jahrzehnt in Privatbesitz verschwand.
Die Geschichte von Schwabinger 7 begann im Münchner Stadtteil Schwabing, wo die gleichnamige Bar in der Feilitzschstraße 7 stand. Der Künstler Rupert Dorrer verwandelte eine der Wände in ein markantes Wandgemälde, das den Geist des Ortes einfing. Jahre später fotografierte er das Original und schuf es in mehrschichtiger Malerei neu – als eigenständiges Kunstwerk.
2012 kam das Werk unter den Hammer und wurde von Denn's Biomarkt, einer Bio-Supermarktkette, ersteigert. Seitdem blieb es der Öffentlichkeit entzogen. Nun kehrt es in eine Galerie nach Bruckmühl zurück, einer Stadt mit Bezügen zum Landkreis Rosenheim, wo auch 140 weitere Kunstwerke aus der Region ausgestellt sind.
Dorrer denkt noch heute über das Erbe der Bar nach. Gemeinsam mit Gerd "Manila" Waldhauser, einem Stammgast aus alten Zeiten, trifft er sich gelegentlich im Grünes Eck in der Schwabinger Marktstraße. Für Dorrer ist das Kunstwerk mehr als nur ein Gemälde – es steht für die Vergänglichkeit von Orten und Erinnerungen.
Die Enthüllung am Montag markiert die Rückkehr des Werks in den öffentlichen Raum nach Jahren in privater Hand. Die Galerie in Bruckmühl, die Kunst von 1875 bis heute zeigt, wird Schwabinger 7 nun in ihre Sammlung aufnehmen. Das Werk bleibt eine greifbare Verbindung zu Münchens kultureller Vergangenheit – bewahrt für künftige Besucher.