Maria Kolesnikowa erhält nach vier Jahren Haft den Karlspreis für ihren Widerstand
Felicia BeyerSpätverleihung des Karlspreises an belarussische Oppositionsfigur Kolesnikova - Maria Kolesnikowa erhält nach vier Jahren Haft den Karlspreis für ihren Widerstand
Die belarussische Oppositionsführerin Maria Kolesnikowa hat nach fast vier Jahren den Internationalen Karlspreis in Aachen entgegennehmen können. Die Auszeichnung, die ihr 2022 zuerkannt wurde, würdigt ihren Einsatz für Demokratie und freie Wahlen in Belarus. Damals konnte sie aufgrund ihrer Inhaftierung unter dem Regime von Alexander Lukaschenko nicht an der Preisverleihung teilnehmen.
Kolesnikowa war eine zentrale Figur der Massenproteste 2020 gegen Lukaschenkos autoritäre Herrschaft. Während viele Oppositionelle ins Exil flohen, blieb sie in Belarus und wurde später zu elf Jahren Haft in einer Strafkolonie verurteilt.
Der seit 1950 jährlich verliehene Karlspreis ehrte ihren "außergewöhnlichen Mut" im Widerstand gegen Unterdrückung. Von 2020 bis zu ihrer Freilassung im Dezember 2025 saß sie im Gefängnis, bevor ihr in Deutschland politisches Asyl gewährt wurde.
Trotz ihrer Freilassung bleibt Belarus fest in Lukaschenkos Griff. Berichte aus dem Frühjahr 2026 zeigen, dass seine Regierung weiterhin Oppositionelle unterdrückt und politische Gefangene festhält. Gleichzeitig versucht Lukaschenko, sich von Russlands Präsident Wladimir Putin zu distanzieren, um eine Annäherung an den Westen zu erreichen.
Die verspätete Preisverleihung markiert das Ende von Kolesnikowas fünfjähriger Haft. Ihr Fall steht symbolisch für den anhaltenden Kampf um Demokratie in Belarus, wo die Repression ungebrochen anhält. Der Karlspreis erinnert nun öffentlich an ihren Widerstand und den größeren Einsatz gegen autoritäre Herrschaft.