Solinger Klinikum kämpft gegen Finanzkrise und drohende Millionenverluste bis 2030
Maria-Luise KensySolinger Klinikum kämpft gegen Finanzkrise und drohende Millionenverluste bis 2030
Städtisches Klinikum Solingen steht unter Finanzdruck: Steigende Kosten und geplantes Spargesetz bedrohen den Haushalt
Das Städtische Klinikum Solingen sieht sich wachsendem finanziellen Druck ausgesetzt, da steigende Ausgaben und ein geplantes Austeritätsgesetz den Haushalt belasten. Verantwortliche warnen vor chronischer Unterfinanzierung – bei Verabschiedung des Gesetzes könnten die Verluste bis 2030 auf bis zu 14 Millionen Euro anwachsen. Das Krankenhaus ergreift nun Maßnahmen zur Kostensenkung, versichert jedoch, dass die Patientenversorgung davon unberührt bleibe.
Die angespannte finanzielle Lage des Klinikums resultiert aus höheren Personalkosten und Betriebskosten. Das geplante Spargesetz würde den Anstieg des Landesbasisfallwerts – einer zentralen Finanzierungskennziffer – von 5,17 auf nur noch 2,98 Prozent reduzieren. Sollte die Regelung in Kraft treten, droht dem Krankenhaus ein jährliches Defizit von rund zwei Millionen Euro.
Um den akuten Druck zu mindern, wird im November eine einmalige Zusatzgebühr auf Rechnungen von Patientinnen und Patienten mit gesetzlicher Krankenversicherung erhoben, die etwa 5,5 Millionen Euro einbringen soll. Langfristige Einsparungen sollen durch ein internes Kostensenkungsprogramm erzielt werden, das unter anderem vorsieht, rund 30 Stellen nicht nachzubesetzen. Zudem prüft das Klinikum die Arzneimittelbeschaffung und setzt vermehrt auf Generika, um die Ausgaben zu drücken.
Strukturelle Veränderungen werden geprüft, um in Zukunft jährlich Millionen zu sparen. Trotz aller Maßnahmen soll das Leistungsangebot für Patientinnen und Patienten jedoch nicht eingeschränkt werden. Parallel treibt das Krankenhaus ein Modernisierungsprogramm im Umfang von 170 Millionen Euro voran, wovon 90 Millionen aus öffentlichen Mitteln finanziert werden.
Die finanzielle Zukunft des Klinikums bleibt unsicher: Bei Verabschiedung des Spargesetzes könnten die Verluste bis 2030 auf 14 Millionen Euro steigen. Die Kostensenkungsmaßnahmen – von Personalanpassungen bis hin zu Änderungen in der Beschaffung – zielen darauf ab, die Finanzen zu stabilisieren, ohne die Versorgung zu beeinträchtigen. Die anstehende Zusatzgebühr und laufende Investitionen in die Infrastruktur sollen kurzfristig Entlastung bringen.






