15 March 2026, 04:19

Steffi: Wie die DDR-Puppe zur Kultfigur und heimlichen Barbie-Alternative wurde

Eine Frau in einem gelben Kleid hält eine Puppe, beide mit sanften und neugierigen Ausdrücken, vor einem hellblauen Hintergrund, mit dem Text "Berliner Leben Magazine - April 1928" und einem Wasserzeichen in der rechten unteren Ecke.

Modepuppe Steffi: Die Barbie des Sozialismus wird 60 - Steffi: Wie die DDR-Puppe zur Kultfigur und heimlichen Barbie-Alternative wurde

1966 brachte die DDR mit Steffi eine Modepuppe speziell für Jugendliche auf den Markt. Als heimische Alternative zu westlichen Puppen wie Barbie oder Petra konzipiert, entwickelte sie sich schnell zu einem kulturellen Symbol. Gefertigt wurde sie in Waltershausen, einer kleinen Stadt im Thüringer Wald, wo der volkseigene Betrieb VEB Puppenfabrik Biggi sie zum Leben erweckte.

Die Idee zu Steffi stammte von der Designerin Margot Schmied, die die Puppe nach ihrer eigenen Tochter benannte. Im Gegensatz zu ihren westlichen Pendants besaß Steffi einen kräftigeren Körperbau und ein strengeres Erscheinungsbild, während ihr Make-up den Modetrends der 1960er Jahre folgte. Ihr hochwertiges Synthetikhaar verfilzte kaum – eine Besonderheit, die sie von vielen Puppen ihrer Zeit abhob.

Mit einem Preis von 16 Mark der DDR galt Steffi für die meisten Familien als teuer. Dennoch wurde sie in großem Stil exportiert und oft als Geschenk an ausländische Würdenträger überreicht, was dem Staat wertvolle Devisen einbrachte. Zudem war die Puppe ihrer Zeit voraus: Mit frühen Varianten in unterschiedlichen Hauttönen setzte sie Maßstäbe in puncto rassischer Vielfalt – und war damit in dieser Hinsicht fortschrittlicher als Barbie.

Im Laufe der Jahre entstanden über 200 verschiedene Berufsoutfits für Steffi, darunter Uniformen von Ärztinnen, Krankenschwestern, Lehrerinnen, Bäuerinnen, Ingenieurinnen, Reinigungskräften und Fabrikarbeiterinnen. Die Kollektion spiegelte Berufe aus den Bereichen Gesundheitswesen, Landwirtschaft, Industrie und Bildung wider.

Die Produktion in Waltershausen lief bis zum Fall der Berliner Mauer. Heute erzielen vintage Steffi-Puppen auf dem Sammlermarkt Preise zwischen 20 und 200 Euro, abhängig von Zustand und Vorhandensein der Originalaccessoires.

Steffi bleibt ein nostalgisches Symbol ostdeutscher Design- und Industriegeschichte. Ihre vielfältigen Outfits und frühe Diversität hoben sie von westlichen Puppen ihrer Ära ab. Bei Sammlern gilt sie heute als historisches Stück – ihr Wert richtet sich nach Seltenheit und Erhaltungszustand.

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