23 April 2026, 22:24

Warum Leichenwagen heute in Blau, Rot oder Gold über die Straßen fahren

Schwarzes und weißes Bild einer Trauerprozession mit mehreren Autos, die mit Blumenbouquets geschmückt sind, umgeben von Menschen, einige halten Fahrräder, mit Gebäuden, Polen und einem klaren Himmel im Hintergrund.

Warum Leichenwagen heute in Blau, Rot oder Gold über die Straßen fahren

Leichenwagen sind nicht mehr nur schwarz – immer mehr Unternehmen setzen auf auffällige Farben wie Himmelblau, Rot oder Gold. Dieser Wandel spiegelt einen wachsenden Trend zur Individualisierung im Bestattungswesen wider.

Das österreichische Bestattungsunternehmen Bestattung Himmelblau hat diese Entwicklung aufgegriffen und seine gesamte Flotte in Himmelblau lackieren lassen. Das Unternehmen ist mittlerweile in mehreren Städten aktiv und plant eine weitere Expansion nach Deutschland. Gegründet wurde Bestattung Himmelblau 2012 in Österreich. Seitdem hat es sich in Wien, St. Pölten und Graz etabliert, und zwei neue Standorte in München sollen bald eröffnet werden. Das Unternehmen beschäftigt rund 120 Mitarbeiter und unterhält eine Flotte von etwa 30 Fahrzeugen, darunter Peugeot Boxer, Mercedes-Benz Sprinter sowie einen Fiat 500 für die mobile Trauerbegleitung.

Die Wahl der Farbe Himmelblau ist bewusst getroffen: Sie steht für Vertrauen, Schutz und Stärke – Werte, die zum modernen Ansatz des Unternehmens passen. Mit dieser Entscheidung ist Bestattung Himmelblau nicht allein: Auch die Trauerhilfe Göck aus Speyer setzt seit ihrer Gründung 2013 auf blaue Leichenwagen. Zu ihrer Flotte gehören ein Mercedes W124 und ein späterer Mercedes W211, beide in Himmelblau foliert.

Auch andere Bestattungsinstitute entfernen sich von der traditionellen schwarzen Farbe. Laut Schätzungen von Kuhlmann Cars entscheiden sich mittlerweile 5 bis 10 Prozent für alternative Farben, wobei Rot, Blau und Gold zunehmend beliebt sind. Die Bestattungswagen Hentschke GmbH & Co. KG bietet individuelle Lackierungen an – mit Blau als meistgewählter Farbe. Christian Jäger, Geschäftsführer des Bestatterverbandes Nordrhein-Westfalen, bestätigt, dass bunte Leichenwagen immer mehr Akzeptanz finden.

Trotz des Trends gelten weiterhin strenge Vorschriften: Die DIN-Norm 75081 regelt klar die Ausstattung, Hygiene, den Bau und die Ladungssicherung von Bestattungsfahrzeugen. So wird sichergestellt, dass auch farbenfrohe Leichenwagen professionellen Standards entsprechen.

Die Trauerhilfe Göck betreibt derzeit zwei Leichenwagen – einen Mercedes E 280 CDI (W211) und einen Mercedes E 220 CDI 4Matic (W213) – sowie Dienstfahrzeuge von Škoda, VW und BMW. Die Wahl der Farbe Blau steht für einen branchenweiten Wandel hin zu mehr Individualität in der Bestattungskultur.

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Der Einsatz ungewöhnlicher Farben bei Bestattungsfahrzeugen nimmt zu. Unternehmen wie Bestattung Himmelblau und Trauerhilfe Göck zeigen, dass Leichenwagen sowohl auffällig als auch würdevoll sein können. Dank strenger Regularien, die Sicherheit und Professionalität garantieren, wird sich dieser Trend in den kommenden Jahren voraussichtlich weiter ausbreiten.

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