30 April 2026, 08:27

Operetten-Renaissance beim 10. Nachwuchswettbewerb – doch der Große Preis bleibt unbesetzt

Offenes Buch mit dem Titel "The Theatre: A Monthly Review of the Drama, Music, and the Fine Arts" mit sichtbarem Text und Logo auf der Seite.

Operetten-Renaissance beim 10. Nachwuchswettbewerb – doch der Große Preis bleibt unbesetzt

10. Internationaler Wettbewerb für junge Operetten- und Musicaldarsteller ohne Großen Preis zu Ende gegangen

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Der 10. Internationale Wettbewerb für junge Operetten- und Musicaltheater-Künstler ist ohne Vergabe des Großen Preises zu Ende gegangen. Über 100 Nachwuchstalente aus Russland, Belarus und Usbekistan nahmen an der Jubiläumsausgabe teil. In diesem Jahr erlebte die Operette einen leichten Aufschwung gegenüber dem Musical – ein Trend, der die jüngere Entwicklung umkehrt.

Mehr als 100 Bewerbungen gingen für die zehnte Auflage des Wettbewerbs ein. Die Teilnehmer reisten aus verschiedenen russischen Städten an, aber auch aus Minsk in Belarus und Taschkent in Usbekistan. Während in früheren Jahren bis zu 140 Künstler an den Start gingen, war die diesjährige Beteiligung zwar etwas geringer, aber dennoch beachtlich.

Die Operette lag mit 56 Auftritten knapp vor dem Musical (50 Beiträge). Diese Verschiebung steht im Kontrast zu den vergangenen Jahren, in denen Musicals dominierten. Jurymitglied Maxim Isaakowitsch wies darauf hin, dass das Musiktheater die Operette zunehmend in den Schatten stellt, sodass es immer weniger versierte Interpreten dieses Genres gibt.

Auch Studierende von klassischen Musikakademien beteiligten sich – einige entschieden sich für traditionelle Arien von Donizetti, Rossini und Mozart. Doch besonders die Operetten-Darbietungen überzeugten die Jury. Georgi Isaakjan nannte sie "wahre Offenbarungen" und lobte die Zukunft des Genres in den Händen junger Talente.

Ein Großer Preis wurde nicht vergeben – eine Entscheidung, die der Tradition des Wettbewerbs entspricht: Nur 2006 ging die höchste Auszeichnung an einen Sieger. Stattdessen gab es Sonderpreise, darunter den Publikumspreis sowie Ehrungen für legendäre Persönlichkeiten des Musiktheaters. In der Regel beeindrucken nur fünf bis sieben Teilnehmer die Jury nachhaltig, manchmal sticht sogar nur ein einziger Künstler heraus.

Der Wettbewerb zeigte ein erneutes Interesse an der Operette, auch wenn das Musical weiterhin prägend bleibt. Sonderpreise ersetzten den Großen Preis und würdigten herausragende Leistungen. Die Zukunft der Veranstaltung hängt nun davon ab, ob es jungen Künstlern gelingt, diese klassischen Genres weiterzuleben und neu zu interpretieren.

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