Dorothee Daun bleibt Vorsitzende des Solinger Behindertenbeirats – neue Ziele für Inklusion

Felicia Beyer
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Eine Gruppe von Menschen marschiert mit einem Banner, auf dem "Solidarität und Feminismus" steht, die Straße entlang, mit parkenden Fahrzeugen und Gebäuden im Hintergrund unter einem klaren blauen Himmel.Felicia Beyer

Dorothee Daun bleibt Vorsitzende des Solinger Behindertenbeirats – neue Ziele für Inklusion

Der Beirat für Menschen mit Behinderungen in Solingen hat Dorothee Daun erneut zu ihrer Vorsitzenden gewählt. Bei der Sitzung begrüßte das Gremium zudem den Gastredner Josef Neumann, der über den aktuellen Stand der Inklusion in Nordrhein-Westfalen sprach. Im Mittelpunkt standen dabei Finanzierungsprobleme, kulturelle Sichtbarkeit und die Forderung nach einer stärkeren Vertretung von Menschen mit Behinderungen in Entscheidungsgremien.

Dorothee Daun, die sowohl Autismus Rhein-Wupper als auch den Paritätischen Wohlfahrtsverband Solingen leitet, setzt ihre Arbeit nach drei Jahrzehnten Engagement fort. Die ehemalige Stadträtin kämpft mittlerweile auf Landesebene für soziale Teilhabe. Während der Sitzung kritisierte sie strukturelle Mängel bei der Finanzierung und Organisation von Behindertenhilfen.

Zu ihren Stellvertretern wurden Oliver Backhaus und Yesim Özem gewählt. Backhaus, Medienökonom und Vorsitzender des Vereins Barrierefreies Solingen, sitzt seit einem Unfall 1985 im Rollstuhl. Er betonte, der Beirat müsse mutig die Interessen der direkt Betroffenen vertreten. Özem, die in einer Werkstatt für Menschen mit Behinderungen arbeitet und sich ehrenamtlich als Personalrätin engagiert, forderte mehr Sichtbarkeit von Inklusion im Solinger Kulturleben. Als Beispiel schlug sie einen inklusiven Karneval vor.

In seinem Vortrag thematisierte Neumann die Kampagne der Lebenshilfe NRW gegen Kürzungen bei Integrationshelfern. Zudem wurde über die Fortschritte seit der Einführung inklusiver Bildung in Nordrhein-Westfalen um 2015 diskutiert. Gesetze wie das Schulgesetz von 2020 schreiben inzwischen Inklusion an allen Schulen vor – die jährlichen Fördermittel stiegen bis 2023 auf 500 Millionen Euro. Die öffentliche Unterstützung für Inklusion wuchs laut Umfragen von 52 Prozent (2014) auf 78 Prozent (2024). Dennoch bleiben Herausforderungen, etwa bei der Lehrerausbildung und der Arbeitsmarktintegration, wo die Beschäftigungsquote von Menschen mit Behinderungen von 28 auf 42 Prozent stieg.

Der Beirat will sich nun auf die Schließung von Finanzierungslücken, die Verbesserung der Arbeitsmarktintegration und eine stärkere kulturelle Repräsentation konzentrieren. Daun, Backhaus und Özem wollen auf den erreichten gesetzlichen Fortschritten aufbauen und gleichzeitig bestehende Barrieren für volle Teilhabe abbauen. Geplant sind unter anderem die Forderung nach besseren Ausbildungsprogrammen und der Ausbau von Bürgerbeteiligung.

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