Nadine Leonhardt lenkt Grevenbroichs wirtschaftlichen Wandel nach der Kohle-Ära

Stephen Schleich
Stephen Schleich
2 Min.
Ein altes Stadtplan mit zahlreichen Gebäuden und einer Stadtkarte, mit Text zur Stadtplanung.Stephen Schleich

Nadine Leonhardt lenkt Grevenbroichs wirtschaftlichen Wandel nach der Kohle-Ära

Nadine Leonhardt übernimmt die Leitung der Wirtschaftsförderung bei der GFWS im Zuge der geplanten Fusion mit der SEG. Die Ernennung fällt in eine Phase des tiefgreifenden Wandels in Grevenbroich, wo die Stadt sich von der kohleabhängigen Industrie hin zu Logistik, Handel und erneuerbaren Energien neu ausrichtet. Bürgermeister Klaus Krützen lobte ihre Expertise in Strukturplanung und Projektmanagement.

Leonhardt bringt umfangreiche Erfahrungen aus öffentlicher Verwaltung und Wissenschaft mit. Sie verfügt über einen Master of Arts in Politikwissenschaft der Universität Trier mit zusätzlichen Studienaufenthalten in Tokio und London. Vor ihrem Wechsel zur GFWS war sie an der Fachhochschule Aachen tätig, wo sie bundesgeförderte Projekte und interdisziplinäre Teams leitete.

Von 2020 bis 2025 amtierte sie als Bürgermeisterin von Eschweiler und stand dort der Arbeitsagentur vor. In dieser Funktion vertrat sie die Stadt in Gremien zum Strukturwandel, baute Unternehmensnetzwerke aus und steuerte die Innenstadtbelebung. Ihre Arbeit in diesen Bereichen passt zu Grevenbroichs eigener Transformation, die mit einem Rückgang von 20 Prozent der Arbeitsplätze im Kohlebergbau einhergeht, gleichzeitig aber neue Chancen in Logistik und erneuerbaren Energien schafft.

Die für 2027 geplante Fusion von GFWS und SEG soll die Abläufe straffen, indem die eigenständige Geschäftsführerposition bei der GFWS entfällt. Wilfried Wissdorf bleibt Geschäftsführer der SEG, während Leonhardt die operative Arbeit der GFWS als Teamleiterin verantwortet. Die Fusion bringt zudem finanzielle Vorteile mit sich, darunter rund 50 Millionen Euro für Projekte der Energiewende, steht aber auch vor Herausforderungen wie höheren Verwaltungskosten und Anpassungen der lokalen Steuerpolitik.

Leonhardt hat bereits signalisiert, dass sie nachhaltiges Wachstum in den Mittelpunkt stellen wird. In einer aktuellen Stellungnahme betonte sie, dass Grevenbroich trotz des wirtschaftlichen Umbruchs erhebliche Chancen habe. Sie äußerte sich gespannt auf die Zusammenarbeit mit lokalen Akteuren, um langfristige Strategien für die Stadt zu entwickeln.

Die Berufung von Nadine Leonhardt markiert einen wichtigen Schritt im wirtschaftlichen Wandel Grevenbroichs. Ihre Erfahrung in Strukturplanung und Wirtschaftsentwicklung wird eine zentrale Rolle spielen, während sich die Stadt an veränderte industrielle und politische Rahmenbedingungen anpasst. Die Fusion mit der SEG, kombiniert mit neuen Fördermitteln und Infrastrukturverbesserungen, soll diesen Prozess weiter unterstützen.

Neueste Nachrichten
Ein Mann fährt mit einem Roller eine Straße in der Stadt entlang, mit Fußgängern auf den Bürgersteigen und anderen Fahrzeugen auf der Straße, unter einem klaren blauen Himmel mit Bäumen im Hintergrund.
Unfälle 2 Min.

Fahndung nach E-Scooter-Fahrer: 62-Jährige in Duisburg schwer verletzt

Ein kurzes Entschuldigen, dann die Flucht: Nach dem E-Scooter-Unfall in Duisburg sucht die Polizei dringend nach dem Fahrer. Wer hat den Vorfall an der Memelstraße beobachtet?

Eine Liniendiagramm, das die Anzahl der Personen zeigt, denen in den Vereinigten Staaten von 1990 bis 2016 Asyl gewährt wurde, mit begleitendem Text, der weitere Informationen bietet.
Wirtschaft 2 Min.

Solingen schafft neue Jobs für Bürgergeld-Empfänger und Geflüchtete durch lokale Initiativen

Wie Solingen mit gemeinnützigen Partnern Arbeitsplätze schafft – und warum das mehr als nur ein Jobprogramm ist. Ein Modell mit Zukunft?

Zwei Fahrräder nebeneinander auf einem Gehweg vor einem Laden mit einer Glaswand mit Text und einem Objekt links von den Fahrrädern.
Kriminalität und Justiz 2 Min.

Glasflasche fliegt knapp an Fünfeinhalbjähriger vorbei – Polizei fahndet nach Täter

Ein scheinbar grundloser Angriff erschüttert eine Familie. Während die Polizei den Täter sucht, fragen sich Anwohner: Wie sicher ist unser Viertel noch?

Ein Schild an einem Maschendrahtzaun mit der Aufschrift "Habitat-Schutzgebiet" umgeben von Pflanzen, Bäumen, Hügeln und einem klaren blauen Himmel.
Industrie 2 Min.

Artenschutz versus Industrie: Warum die Kreuzkröte in Osterath um ihr Überleben kämpft

Ein Energieprojekt wird zum Albtraum für den Artenschutz: Aktivisten decken auf, wie Amprion die Lebensräume seltener Kröten und Lurche in Osterath zerstört. Doch die Behörden schweigen.

Zwei Feuerwehrleute in Schutzausrüstung, einschließlich Helmen und Gasmasken, gehen durch das Innere eines Flugzeugs, mit einer Tür auf der linken Seite und Rohren und anderen Gegenständen auf der rechten Seite.
Kriminalität und Justiz 2 Min.

Lebenslange Haft für Mord an Flugbegleiterin nach 30 Jahren Cold Case

Ein brutaler Mord blieb drei Jahrzehnte ungesühnt – bis forensische Spuren den Täter überführten. Jetzt fällt das harte Urteil.

Eine Stadtstraßenszene mit Gebäuden, Fahrzeugen, Verkehrszeichen, Baustelle und einem bewölktem Himmel.
Industrie 2 Min.

Richard-Wagner-Straße in Essen wird ab 9. März 2026 zur Baustelle mit massiven Einschränkungen

Wer im März durchs Essener Südviertel fährt, sollte Geduld mitbringen. Wochenlange Sperrungen und nur eine Spur pro Richtung sorgen für Nervenproben auf der Richard-Wagner-Straße.

Eine Gruppe uniformierter Männer trägt einen Sarg mit einer amerikanischen Flagge, umgeben von einigen Männern mit Mützen und einem Feuerwehrauto sowie Deckenlichtern im Hintergrund.
Unfälle 2 Min.

Neue Sicherheitsmaßnahmen nach tödlichen Unfällen auf der Autobahn

Ein Jahr nach dem tragischen Tod eines Arbeiters auf der A2 reagieren die Behörden. Doch reichen Warnsysteme und Gedenkveranstaltungen, um die Risiken zu bannen?

Ein Mann im Anzug steht entschlossen vor einer Tür, die mit 'Ein demokratischer Wähler' beschriftet ist.
Unterhaltung 2 Min.

Warum Cem Özdemir auf sein Brezel-Tattoo nach dem Wahlsieg verzichtete

Ein Brezel-Tattoo als Symbol für den Sieg? Die Grünen feierten kreativ – doch ihr Chef blieb skeptisch. Warum die Aktion mehr als nur ein Spaß war.

Neueste Nachrichten