Nadine Leonhardt lenkt Grevenbroichs wirtschaftlichen Wandel nach der Kohle-Ära
Nadine Leonhardt lenkt Grevenbroichs wirtschaftlichen Wandel nach der Kohle-Ära
Nadine Leonhardt übernimmt die Leitung der Wirtschaftsförderung bei der GFWS im Zuge der geplanten Fusion mit der SEG. Die Ernennung fällt in eine Phase des tiefgreifenden Wandels in Grevenbroich, wo die Stadt sich von der kohleabhängigen Industrie hin zu Logistik, Handel und erneuerbaren Energien neu ausrichtet. Bürgermeister Klaus Krützen lobte ihre Expertise in Strukturplanung und Projektmanagement.
Leonhardt bringt umfangreiche Erfahrungen aus öffentlicher Verwaltung und Wissenschaft mit. Sie verfügt über einen Master of Arts in Politikwissenschaft der Universität Trier mit zusätzlichen Studienaufenthalten in Tokio und London. Vor ihrem Wechsel zur GFWS war sie an der Fachhochschule Aachen tätig, wo sie bundesgeförderte Projekte und interdisziplinäre Teams leitete.
Von 2020 bis 2025 amtierte sie als Bürgermeisterin von Eschweiler und stand dort der Arbeitsagentur vor. In dieser Funktion vertrat sie die Stadt in Gremien zum Strukturwandel, baute Unternehmensnetzwerke aus und steuerte die Innenstadtbelebung. Ihre Arbeit in diesen Bereichen passt zu Grevenbroichs eigener Transformation, die mit einem Rückgang von 20 Prozent der Arbeitsplätze im Kohlebergbau einhergeht, gleichzeitig aber neue Chancen in Logistik und erneuerbaren Energien schafft.
Die für 2027 geplante Fusion von GFWS und SEG soll die Abläufe straffen, indem die eigenständige Geschäftsführerposition bei der GFWS entfällt. Wilfried Wissdorf bleibt Geschäftsführer der SEG, während Leonhardt die operative Arbeit der GFWS als Teamleiterin verantwortet. Die Fusion bringt zudem finanzielle Vorteile mit sich, darunter rund 50 Millionen Euro für Projekte der Energiewende, steht aber auch vor Herausforderungen wie höheren Verwaltungskosten und Anpassungen der lokalen Steuerpolitik.
Leonhardt hat bereits signalisiert, dass sie nachhaltiges Wachstum in den Mittelpunkt stellen wird. In einer aktuellen Stellungnahme betonte sie, dass Grevenbroich trotz des wirtschaftlichen Umbruchs erhebliche Chancen habe. Sie äußerte sich gespannt auf die Zusammenarbeit mit lokalen Akteuren, um langfristige Strategien für die Stadt zu entwickeln.
Die Berufung von Nadine Leonhardt markiert einen wichtigen Schritt im wirtschaftlichen Wandel Grevenbroichs. Ihre Erfahrung in Strukturplanung und Wirtschaftsentwicklung wird eine zentrale Rolle spielen, während sich die Stadt an veränderte industrielle und politische Rahmenbedingungen anpasst. Die Fusion mit der SEG, kombiniert mit neuen Fördermitteln und Infrastrukturverbesserungen, soll diesen Prozess weiter unterstützen.
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