Ruhrgebiet bildet Fachkräfte für die Wasserstoff-Zukunft der Industrie aus

Maria-Luise Kensy
Maria-Luise Kensy
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Drei Autos nebeneinander auf einem Parkplatz geparkt, mit einem Maschendrahtzaun und Gras im Hintergrund, auf einem Auto steht der Text 'Wasserstoff-betriebenes Fahrzeug'.Maria-Luise Kensy

Ruhrgebiet bildet Fachkräfte für die Wasserstoff-Zukunft der Industrie aus

Ruhrgebiet rüstet Arbeitskräfte für den Umstieg auf Wasserstoffenergie

Ein Pilotlehrgang zur Wasserstofftechnologie, organisiert von der Industrie- und Handelskammer (IHK) Nord Westfalen, hat gerade seine erste Runde erfolgreich abgeschlossen. Die Initiative soll Unternehmen – insbesondere kleine und mittlere Betriebe – bei der Anpassung an die neuen energetischen Anforderungen unterstützen.

Bis Ende 2027 werden große regionale Industriebetriebe wie ThyssenKrupp Steel und Evonik voraussichtlich auf Wasserstoff umsteigen, der über die GET H2-Pipeline aus Lingen geliefert wird. Der Brennstoff soll in ihren Produktionsprozessen Erdgas ersetzen und damit einen entscheidenden Schritt in der Energiewende der Region markieren.

Sechzehn Teilnehmende schlossen den dreimonatigen Kurs "Grundlagen der Wasserstofftechnologie für industrielle Meisterinnen und Meister" am 29. Januar 2026 ab. Nach erfolgreicher Absolvierung des praxisorientierten Trainings, das reale Herausforderungen bei der Wasserstoffnutzung behandelt, erhielten sie ihre Zertifikate. Rückmeldungen der Absolventinnen und Absolventen betonten insbesondere die praktischen Anwendungen – etwa den Ersatz von Erdgas durch Wasserstoff in thermischen Verarbeitungsanlagen.

Der Lehrgang war Teil des Projekts "H2!Academy", das wiederum zum übergeordneten Programm "H2!Raum – Mittelstand Ruhr 2030" gehört. Diese Initiative vernetzt Akteurinnen und Akteure der Wasserstoffwirtschaft im Ruhrgebiet, um den Wandel zu beschleunigen. Prof. Dr.-Ing. Michael Brodmann unterstrich die Bedeutung von Wasserstoff für die Speicherung und den Transport erneuerbarer Energien und bezeichnete ihn als unverzichtbar für die Energiewende.

Die Teilnehmenden schätzten besonders den Austausch mit Kolleginnen, Kollegen und Dozierenden. Aufgrund der positiven Resonanz wird das Programm nun überarbeitet und weitere Kurse sind geplant. Das H2!Raum-Projekt wird vom Bundesministerium für Bildung, Forschung und Technologie im Rahmen des "T!Raum"-Programms gefördert, das regionale Innovationen unterstützt.

Über die Schulungen hinaus arbeitet die IHK Nord Westfalen daran, Wasserstofftechnologie in die standardmäßige Meisterausbildung zu integrieren. Damit soll sichergestellt werden, dass künftige Fachkräfte mit den nötigen Kompetenzen in den Arbeitsmarkt starten – besonders vor dem Hintergrund steigender Nachfrage.

Der Pilotkurs ist der Auftakt zu einer breiter angelegten Qualifizierungsoffensive, die die Belegschaft im Ruhrgebiet auf eine wasserstoffbasierte Zukunft vorbereiten soll. Da Unternehmen wie ThyssenKrupp Steel und Evonik bis 2027 auf den neuen Energieträger umstellen werden, sind gut ausgebildete Fachkräfte entscheidend. Die nächsten Schritte umfassen die Ausweitung des Schulungsangebots sowie die Verankerung von Wasserstoffwissen in der regulären industriellen Ausbildung.

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