ZVEI treibt Modernisierung des Stromnetzes mit Digitalem Produktpass 4.0 voran

Felicia Beyer
Felicia Beyer
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Eine lange Reihe von Servern in einem Rechenzentrum mit elektronischen Geräten in den Gestellen und Leuchten oben.Felicia Beyer

ZVEI treibt Modernisierung des Stromnetzes mit Digitalem Produktpass 4.0 voran

Deutschlands Vorstoß für ein flexibleres und transparenteres Stromnetz gewinnt an Fahrt. Der Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI) hat zentrale Schritte zur Modernisierung des Netzbetriebs skizziert – mit Fokus auf schnellere Einführung von Steuerungssystemen und die Nutzung des Digitalen Produktpasses 4.0 (DPP4.0). Damit sollen Herausforderungen wie Lieferkettenengpässe, Fachkräftemangel und die steigende Nachfrage durch den Ausbau erneuerbarer Energien bewältigt werden.

Seit 2020 hat der Ausbau intelligenter Netzsteuerung in Deutschlands Mittelspannungsnetzen deutlich an Tempo gewonnen. Die Abdeckung mit aktiven Netzmanagement-Tools – etwa Rundsteuertechnik und digitalen Regelsystemen – stieg von rund 15 Prozent im Jahr 2020 auf über 60 Prozent bis 2025. Treiber dieser Entwicklung waren Novellen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) sowie die zunehmende Einspeisung von Solarstrom. Doch der Fortschritt sah sich mit Hindernissen konfrontiert: Lieferkettenstörungen durch die Corona-Pandemie und den Ukraine-Krieg, Fachkräftemangel, hohe Nachrüstkosten für veraltete Infrastruktur sowie Verzögerungen bei Genehmigungen durch die Bundesnetzagentur (BNetzA).

Der ZVEI betont nun die Notwendigkeit, die Umsetzung weiter zu beschleunigen – mit einem klaren Zielhorizont bis 2027. Die Stärkung technischer Standards, das Schließen von Integrationslücken und die Skalierung von Pilotprojekten gelten als entscheidend, um die Netzflexibilität zu erhöhen. Parallel hebt der Verband den Digitalen Produktpass 4.0 als zentrales Instrument hervor. Dieser soll ein verlässliches Datenrahmenwerk über den gesamten Lebenszyklus eines Produkts schaffen – für mehr Transparenz und Qualität im Netzbetrieb.

Damit der DPP4.0 gelingt, ist eine breite Verpflichtung von Herstellern und Nutzern erforderlich. Zudem muss ein unabhängiges Datenökosystem entstehen, das Interoperabilität und Datensouveränität garantiert. Die technologischen Grundlagen für ein leistungsfähiges Netz existieren bereits – doch konsequente Umsetzung und Standardisierung werden entscheiden, wie schnell die Verbesserungen wirken.

Die nächste Phase der Netzmodernisierung hängt von zwei Faktoren ab: der zügigen Einführung von Steuerungssystemen und der praktischen Umsetzung des DPP4.0. Mit klaren Standards, besserer Vernetzung und engerer Zusammenarbeit könnte das deutsche Stromnetz effizienter und widerstandsfähiger werden. Der Fahrplan des ZVEI sieht hierfür bis 2027 deutliche Fortschritte vor.

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