NRW-Innenminister warnt vor wachsender Gewalt der "Angry Birds" gegen Bahninfrastrukturen
NRW-Innenminister warnt vor wachsender Gewalt der "Angry Birds" gegen Bahninfrastrukturen
Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul hat eine neue Einschätzung zum Linksextremismus im Land vorgelegt. Der Bericht verweist auf eine Zunahme von Sachbeschädigungen, wobei viele Fälle rechtsextreme Wahlplakate betrafen. Zudem werden die Aktivitäten anarchoprimitivistischer Gruppen wie der "Angry Birds" und deren Fokus auf Anschläge gegen Bahninfrastrukturen analysiert.
Laut der Studie hat sich die Zahl der Sachbeschädigungen im Land zwischen 2024 und 2025 stark erhöht. Obwohl sich die Vorfälle mehr als verdoppelten, richtete sich ein beträchtlicher Teil gegen rechtsextremes Propaganda-Material. Der Bericht stuft diesen Anstieg jedoch nicht als Entwicklung hin zu einem organisierten "linksterroristischen" Vorgehen ein.
Besonders untersucht wird die Gruppe "Angry Birds", die sich auf eine anarchoprimitivistische Ideologie berufen. Ihr Ziel ist der Abbau der industriellen Gesellschaft und die Wiederherstellung einer von der Natur dominierten Ordnung. Die Gruppe bekannte sich zu mehreren Anschlägen auf Schienennetze und veröffentlichte dabei oft Bekennerschreiben zur Rechtfertigung ihrer Taten.
Reuls Analyse nimmt zudem Bezug auf den "Budapester Komplex" und verknüpft ihn mit laufenden Gerichtsverfahren. Darüber hinaus warnt der Bericht vor dem Aufkommen linker Kampfsportgruppen, auch wenn bisher kein direkter Bezug zu gewaltbereitem Extremismus nachgewiesen werden konnte. Der Minister, der seit 2017 das Innenressort des Landes leitet und als einer der erfahrensten Politiker gilt, genießt großes Vertrauen in der Landesregierung.
Hinweise auf eine formelle Organisation namens "Angry-Birds-Kommando" in der Region gibt es nicht. Der Name könnte auf eine lokale Fehlinterpretation oder eine undokumentierte Splittergruppe zurückgehen.
Die Einschätzung unterstreicht einen Anstieg linksextremistischer Aktivitäten, insbesondere bei Sachbeschädigungen und gezielter Sabotage. Zwar gibt es keine Belege für eine generelle Terrorwende, doch der Bericht fordert eine fortgesetzte Beobachtung von Gruppen wie den "Angry Birds". Die Behörden werden deren Handlungen – vor allem gegen kritische Infrastrukturen – weiter im Blick behalten, während die juristische Aufarbeitung von Extremismusfällen andauert.
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