NRW-Krankenhäuser kämpfen mit gravierenden Lücken in der Notfallvorsorge

Maria-Luise Kensy
Maria-Luise Kensy
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Ein Plakat mit einer Weltkarte und dem Text "Wo die Opfer sind: Retten Sie die Überlebenden - 3.950.000 hungernde Menschen" zur Sensibilisierung über die Auswirkungen des Krieges und die Notwendigkeit von Maßnahmen.Maria-Luise Kensy

NRW-Krankenhäuser kämpfen mit gravierenden Lücken in der Notfallvorsorge

Krankenhäuser in Nordrhein-Westfalen mit gravierenden Lücken in der Notfallvorsorge

Eine aktuelle Untersuchung zeigt: Krankenhäuser in Nordrhein-Westfalen (NRW) sind auf Krisenfälle nur unzureichend vorbereitet. Zwar verfügen einige Einrichtungen über Notstromaggregate, doch kritische Engpässe bei Treibstoff, Wasser und medizinischen Vorräten könnten sie im Ernstfall schnell an ihre Grenzen bringen. Angesichts wachsender Sicherheitsbedenken wird nun diskutiert, wie diese Schwachstellen behoben werden können.

Eine Umfrage des WDR unter 53 Krankenhäusern in NRW ergab, dass zwar 40 über Notstromsysteme verfügen – die meisten davon jedoch nur für maximal drei Tage. Das Bergmannsheil-Krankenhaus etwa setzt auf fünf Dieselgeneratoren mit Treibstoffreserven für 72 Stunden, ein Setup, das für viele deutsche Kliniken typisch ist. Doch wegen begrenzter Lagerkapazitäten sind die Einrichtungen auf regelmäßige Treibstofflieferungen angewiesen, um die Stromversorgung bei längeren Ausfällen aufrechterhalten zu können.

Wasserversorgung als zentrales Problem Die meisten Krankenhäuser verfügen über keine eigenen Wasserreserven und sind vollständig auf externe Lieferungen angewiesen. Selbst bei funktionierendem Notstrom wären sie bei einem Ausfall der Leitungen hilflos.

Medikamente und Blutkonserven: Knappe Reserven Obwohl die meisten Kliniken essenzielle Arzneimittel für zwei bis sechs Wochen vorrätig haben, wären Blutreserven in einer Krise schnell aufgebraucht. Professor Boris Augurzky schlägt ein rotierendes Lagerungssystem vor, um das Verfallsdatum von Medikamenten zu umgehen – eine flächendeckende Lösung gibt es jedoch noch nicht. Die Blutknappheit bleibt eine kritische Schwachstelle.

Fehlende Schutzräume verschärfen die Lage Während des Kalten Krieges nutzte NRW noch Hilfsbunker als medizinische Einrichtungen – heute gibt es in der Region keine unterirdischen Schutzräume mehr. Mirko Aach, Ärztlicher Direktor des Bergmannsheil, warnt, dass Krankenhäuser bei einem Angriff nicht auf Massenanfall von Verletzten vorbereitet seien.

In Köln planen die städtischen Kliniken zwar einen zweistöckigen Tiefkeller, der im Frieden als Parkhaus und im Krisenfall als medizinische Notfallzentrale dienen soll. Doch NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) räumt ein, dass die Finanzierung solcher Projekte kaum gesichert ist. Er regt an, Bundesmittel aus dem Verteidigungsetat für den Schutz der Region zu nutzen. Aktuell gibt es keine öffentlichen Daten dazu, wie viele deutsche Krankenhäuser über unterirdische Schutzräume oder spezielle Krisenunterkünfte verfügen.

Dringender Handlungsbedarf Die Umfrage unterstreicht den akuten Reformbedarf in der Notfallplanung des NRW-Gesundheitssystems. Ohne gesicherte Treibstoff- und Wasserversorgung, zuverlässige Medikamentenvorräte oder geschützte Behandlungsbereiche drohen die Kliniken in einer längerfristigen Krise schnell überlastet zu werden. Die Behörden stehen nun unter Druck, Lösungen zu finden – bevor potenzielle Bedrohungen Realität werden.

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